Begleiten Sie Claudia und Andreas Hülsmann auf ihrer Reise von Deutschland bis an den nordöstlichsten Punkt Eurasiens – ins sibirische Magadan.
Die beiden haben einen SPOT Satellite Messenger dabei. Das Gerät ermittelt mit einem GPS-Chip die Position der Reisenden und sendet in regelmäßigen Abständen ein Signal an einen Satelliten. Von dort werden die Daten an einen Server übermittelt, der Standort und zurückgelegte Wegstrecke in einer Google Maps-Karte darstellt.
Über ihre Erlebnisse unterwegs berichten die beiden Reisenden hier im Blog.


 

Waterworld

Dienstag, 26. April 2011 11:25

Jakobsweg

Spanien, Portugal, Südfrankreich, war da nicht was mit Sonne? Jedenfalls nicht im Moment. Seit fünf Tagen sind wir mehr auf der Flucht, als auf Reisen. Den heftigen Regengüssen in der Serra da Estrela folgten intensive Schauer in Spanien, und auch die Pyrenäen halten viel Feuchtigkeit für uns bereit. Selbst die Pilger auf dem Jakobsweg sehen wir nur dick vermummt in ihrer regenfesten Bekleidung.
Auf den letzten knapp 1000 Kilometer war die Sonne nur selten unser Begleiter und wir konnten nur ahnen, durch welch grandiose Landschaften wir fahren.
Eine Entschädigung für diesen Genuss war das Abendessen im TF-Partnerhaus »Auberge des 3 Baudets« in Issor von Véronique und Werner Stich. Werner steht für seine Gäste selbst hinter dem Herd, arrangiert seine kulinarischen Köstlichkeiten.
Heute geht es weiter Richtung Norden, wo das Wetter besser werden soll, das verspricht jedenfalls der Wetterbericht. In den letzten Tagen waren diese Vorhersagen allerdings immer leere Versprechungen.

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Nasse Sache

Donnerstag, 21. April 2011 16:11

Touratech Portugal

Bei unserem Besuch am Cabo da Roca haben wir auch einen Stopp bei Touratech Portugal eingelegt. Der Shop liegt keine 15 Minuten vom westlichen Ende Europas entfernt. Die Überraschung bei Rui (l.), seiner Frau Carla (m.) und Mechaniker Miguel (r.) war groß. Wir haben von Rui’s Ortskenntnissen profitiert, der uns die Serra da Estrela ans Herz gelegt hat, die höchsten Berge Portugals, ca. 350 Kilometer nordöstlich von Lissabon.
Die Fahrt dorthin war allerdings wenig erquicklich. Denn mit uns auf dem Weg dorthin waren heftige Regenfälle, so dass die Fahrt in die Berge einige Male aufgrund von Sturzfluten unterbrochen werden musste. Auch die Temperaturen verloren ihre gewohnte Lieblichkeit von 22 bis 25 Grad Celsius und sanken auf 5 bis 10 Grad Celsius. Aber der Tag nahm ein gutes Ende. Wir fielen in die Hände von Rieke und Gerard. Ein holländisches Paar, das in der Serra da Estrela einen Zeltplatz betreibt und einige Zimmer vermietet. Sie waren extrem engagiert, uns wieder trocken zulegen.

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Kap-Finals

Mittwoch, 20. April 2011 7:42

Cabo da Roca, Portugal

Europa hat viele Ecken und Kanten, von denen einige spezieller sind als die anderen. Für das Markieren von »extremen« Punkten scheinen die Portugiesen eine besondere Vorliebe zu haben, vor allem dann, wenn es sich dabei um einen Ort handelt, wie das Cabo de São Vicente, ein Ort, an dem sich die letzte Bratwurst vor Amerika verspeisen lässt.
Dieser südwestlichste Punkt ist einer der entlegensten Winkel der »Alten Welt«. Das macht sich schon an dem schonenden Umgang mit Bausubstanz bemerkbar. Wo andere Orte an der Algarve, wie Lagos, Salema oder Portimão, eingezwängt in Bettenburgen ihr Dasein fristen, weht durch Sagres immer noch der kräftige Wind der Ursprünglichkeit. Keine Frage, auch in Sarges gibt es Tourismus, den aber in einer moderat angenehmen Form.
Umgeben von sattem Grün ist der westlichste Punkt des europäischen Festlandes, das Cabo da Roca. An diesem markanten Ort gibt es den Leuchtturm, ein Monument, das diesen westlichsten Zipfel markiert und ein Restaurant. Was aber nicht heißt, dass das Cabo da Roca nicht von Touristen gefunden wird. Der Ort ist fester Bestandteil fast jeder Lissabon-Rundfahrt. Vom Zentrum der Hauptstadt Portugals ist das Ende Europas in weniger als einer Stunde zu erreichen.
Für uns war das Cabo da Roca kein unwichtiger Bestandteil unsere Tour »Projekt Eurasien«, denn das Ziel – Magadan – liegt ziemlich genau auf der anderen Seite der Welt.

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On the Rock

Freitag, 15. April 2011 11:31

Gibraltar

Der Startpunkt unserer Eurasien-Tour ist erreicht. Aber die Einreise nach Gibraltar war heftig. Es war so, als ob wir mit unseren Motorrädern permanent durch einen Bienenschwarm fahren würden. Fünf Stunden sind wir auf einer Fläche von 4,8 x 1,4 Kilometern im Kreis gefahren, um ein Hotel zu finden. Fast überall hieß es ausgebucht.

Endlich hatten wir eine Bleibe gefunden, aber wohin mit den Motorrädern? Übrigens: Eine Runde (ca. 1,5 km) hat bis zu 45 Minuten gedauert. Einbahnstraßen, Verkehrsstau, Busse die »eingekeilt« nicht mehr weiterkommen, Affenhitze. Und dann stehst du vor einem Parkplatzwächter, der einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft durchaus positiv gegenüber steht, und der erklärt einem lang und breit, dass seine »Parking Area« nicht auf Motorräder eingestellt sei. Und so gerne er die Bikes auch nehmen würde, er könne es nicht, weil es nun mal keine Autos seien. Du aber schaust dich um und siehst Dutzende freie Parkflächen. Das sind Situationen, wo deine Gutmütigkeit vor außerordentlichen Umstrukturierungen steht.

Wir haben dann doch noch einen Stellplatz gefunden. In einem Storage, wo Leute ihren Krempel in kleinen abschließbaren Kabuffs abstellen, den sie zu Hause nirgends lassen können. Die beiden BMWs sind jetzt tief und sicher im Fels von Gibraltar eingebettet.

Eigentlich wollten wir uns für diese Tortur rächen und die Affen vom Felsen verscheuchen, was ein Fiasko für die Briten wäre, da sie wohl dann – so glaubt man im Königreich – Gibraltar an die Spanier verlieren würden. Die Vertreibungsaktion ist uns aber nicht gelungen, im Gegenteil, wir waren in der Defensive. Die Attacken galten stets Claudias Rucksack, da die Burschen dort etwas Essbares vermuteten. So musste Claudia manch disziplinierendes Gespräch mit den Kletterkünstlern führen.

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Bingoabend in Jimera

Donnerstag, 14. April 2011 7:48

Bingoabend in Jimera

Jimera de Libar ist ein kleiner Ort. In der Nähe von Ronda versteckt er sich in den Bergen. Eigentlich ist Jimera de Libar nicht vielmehr als ein Bahnhof mit ein paar Häusern drum herum. Der Grund warum wir nach Jimera gekommen sind, ist der Zeltplatz – ein ruhiges Fleckchen, mit genügend Schatten, die optimale Basis für Touren durch die Berge rund um Ronda.
Ausklang der Tagestouren war die Jimera Deli Bar am Plaza San Roque. Der Wirt Engländer, seine Frau Dänin, waren erfreut über die „internationalen“ Gäste. Aber nie war wirklich etwas los in der Jemira Deli Bar, wie überhaupt in dem Ort Jemira. Selten ließ sich ein Mensch auf der Straße blicken.
Bis zu jenem Sonntag waren wir nicht wirklich sicher, ob überhaupt Menschen in diesem Ort leben. Aber an diesem Abend füllte sich die Bar, Tische wurden zusammen gerückt, Stühle herbeigeschleppt. Jemira de Libar versammelte sich zum Bingoabend. Aufregung machte sich breit. Die Zahlen spuckte ein Laptop aus, die dann vom Wirt verkündet wurden. Die Atmosphäre war angespannt, konzentriert wurden alle Zahlen von den Spielern notiert, bis ein Aufschrei „Bingo“ die Stille auf dem Plaza de San Roque zerfetzte. Die Stimmung lockerte sich sofort, der Gewinner wurde beglückwünscht, es wurde wieder erzählt und gelacht. Auch für uns war der Ruf „Bingo“ durchaus ein Gewinn, wir konnten die Aufmerksamkeit der Bedienung wieder auf uns lenken.

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Tschechischer Flamenco

Mittwoch, 13. April 2011 10:05

Es ist eines dieser Ereignisse, auf die man nur durch Zufall stößt. Die »Costa Tropical« hatte uns nicht unbedingt begeistert, überall Hotels, Restaurants, das komplette Programm, das zum pauschaltouristischen Wohlbefinden beiträgt, ist vorhanden. Und diese Kneipe, in einem vom Urlaubsgeschehen unbehelligten Teil des kleinen Ortes Mora.
Um 21 Uhr soll es los gehen. Die Luft ist schon vollgesogen mit Bier- und Weinduft. Eine handvoll Dorfbewohner wiegt sich ins Wochenende. Der Wirt ein Flamenco Fan, der auch gerne Newcomern in der Szene eine Chance bietet und den Künstlern seine Kneipe als Bühne überlässt.
Kurz nach 21 Uhr, die Band rückt an. Als Truck für die Musikanlage dient ein altes Rennrad, der Strom für den Sound kommt aus einer 12-Volt-Autobatterie, die Mikrofonständer sind aus Bambusstöcken zusammen gebunden. Die Antenne für den Empfänger der Funkmikrofone ist ein mit Kupferdraht umwickelter Zweig.
Die beiden Tschechen sind Minimalisten, was die Technik betrifft. Ihr »Manager«, ein Spanier, der auch das eine ums andere Mal beim Gesang aushilft.
Die beiden Musiker, die wohl schon seit längerer Zeit mit der Familie durch Europa tingeln, sprechen kaum ein Wort Spanisch.
Nachdem wir all diese Einzelheiten rund um die Band zur Kenntnis genommen hatten, haben wir wenig Hoffnung auf einen halbwegs künstlerisch anspruchsvollen Abend. Doch was dann dieser Abend an tschechisch-spanischer Kooperation hervor bringt, verdient mehr als die Bemerkung – eindrucksvoll. Die beiden Künstler haben alle Texte auswendig gelernt, bearbeiteten ihre Gitarren, dass selbst das spanische Publikum vor Begeisterung sich nicht mehr in den Stühlen halten kann und einige Damen beginnen tatsächlich Flamenco zu tanzen.
Fünf Stunden lang wird ohne größere Pausen gespielt, gesungen und getanzt. Fast unbemerkt vom Geschehen, in einem Hauseingang verborgen, die kleine Schwester mit ihrer Geige, als Hintergrundbegleitung.

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Meer gesehen

Samstag, 9. April 2011 10:28

Hoppla, war das eine Umstellung. Du kommst aus dem ruhigen, ja fast schon ausgestorbenen Inland Spaniens an die Küste und wirst geradezu überrollt. Die Costa Tropical lebt – und wie. Trotz Vorsaison sind die Schlafghettos schon gut besucht. Man spricht deutsch und auf den Speisekarten finden sich heimatlich bekannte Gerichte. Aber es gibt auch Überraschungen. Unser Zeltplatz zum Beispiel. Die Lage direkt am Meer, na ja nicht ganz, da ist noch ein Straße dazwischen, aber sonst ist unser Stellplatz gemütlich. Zumindest können wir beim Essen das Meer sehen.

Da wir nun festgestellt haben, wo wir auch künftig unsere Urlaube nicht verbringen werden, zieht es uns heute wieder ins Inland. Ein Highlight gab es noch am gestrigen Abend. Wir waren zu Gast bei einer Falmenco-Session. War schon etwas bizarr die Sache. Zwei Tschechen singen andalusische Lieder für spanische Ohren, das Ganze begleitet von der kleinen Schwester auf der Geige. War aber grandios – darüber mehr im nächsten Eintrag.

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Der Höhepunkt

Mittwoch, 6. April 2011 16:51

Auf dem Gipfel des Javalambre

Es war ein schöner Abschluss in der Region Aras Rural. Gestern waren wir mit den Motorrädern auf dem Javalambre. Der Berg ist mit 2020 Meter, der höchste Punkt in der Region. Die letzten Kilometer geht es über eine Piste auf den Gipfel. Allerdings lag zum Teil noch Schnee in Gipfelhöhe und auch die Piste wurde erst vor wenigen Tagen für den allgemeinen Verkehr geöffnet worden. Heute heißt es nun Zusammenpacken und weiter Richtung Süden. Zunächst ohne größere Stopps. In zwei bis drei Tagen wollen Claudia und ich in Gibraltar sein, dem eigentlichen Startpunkt unserer Eurasien-Tour.

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España-Modus

Montag, 4. April 2011 7:41

Endurofahren in Aras, Spanien
Kleine Straßen, Pisten und Furten, all das haben wir in den letzten Tagen unter die Räder genommen. Entspannte Tagesetappen, ein schöner Einstieg in die Tour.
Auch auf dem Gelände-Parcours des BMW Enduro Park in Aras waren wir unterwegs, für Claudia eine gute Gelegenheit, ein wenig vertrauter mit der G 650 GS zu werden.
Es sind wundervolle Tage, das Wetter passt und die warmen Temperaturen scheuchen geradezu das Grün aus den Knospen – überall blüht es. Ideale Bedingungen also, umd die Hektik der Startphase aus dieser Reise herauszunehmen. Die ruhige Lebensweise der Spanier ist dabei sehr hilfreich. Allerdings kann diese Mañana-Mentalität, auch sehr schnell vom Charakter des Mitteleuropäers Besitz ergreifen.

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Über den Berg

Donnerstag, 31. März 2011 14:31

18 Stunden Zugfahrt sind nun vorbei. Von der Wärme Südfrankreichs ging es schnell in Richtung Pyrenäen und damit in die Kälte. Das Thermometer schaffte es am 1809 Meter hohen Collada de Toses gerade mal über den Gefrierpunkt. Unser Versuch, uns von größeren Straßen fern zu halten, scheiterte kläglich, zunächst an der Kälte – wir wollten so schnell wie möglich wieder in tiefere Regionen, wo die Temperaturen angenehmer sind – und dann an der Orientierung. Spanien ist absolutes Neuland für uns. Die Namen der Städte waren uns unbekannt, und kleinere Orte auf den Hinweisschildern am Straßenrand sind schwierig auf der Karte zu finden. Das Resultat: in vier Stunden sind wir unserem Ziel nur 140 Kilometer näher gekommen. Zum Schluss ging es dann doch auf die Autobahn, sonst hätten wir wohl nicht unsere Verabredung einhalten können.

Tagesziel war der kleine Ort Aras de los Olmos ca. 100 Kilometer westlich von Valencia, wo Claudia und ich Joe Stather am BMW Enduropark Aras Rural treffen wollten. Mit ihm werden wir die kommenden Tage in der Region Aras unterwegs sein.

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TOURENFAHRER