Road of Bones

Mit Abstand war der erste Teil der Road of Bones der schwierigste Teil der Reise. Für 500 Kilometer haben wir vier Tage gebraucht. 500 Kilometer, die Claudia und ich nie allein hätten bewältigen können. Die ersten 256 Kilometer bis Tomtor sind noch in einem relativ guten Zustand. Dieser Teil wird noch instand gehalten, da über diese Trasse Tomtor und Omyakon versorgt werden.
Der Ort Omyakon war ein Highlight der Tour – der Kältepol der Erde. Minus 71,2 Grad Celsius wurden hier schon mal gemessen. Als wir dort waren, herrschten jedoch 35 Grad plus. Eine Hitze, bei der es schwer fällt zu glauben, dass hier die Temperatur trotz Erderwärmung auch heute auf minus 60 Grad Celsius fallen kann.
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Road of Bones: Bei einigen Brücken scheint es fast so, als würde jeder der die Strecke fährt, eine Holzlatte mitbringen. So bleiben die Brücken ein wenig länger in Takt. Der Kolyma Highway ist eine dreckige Angelegenheit. Der Staub meuchelt die Reißverschlüsse gerade zu dahin. In Aldan an der M56 bekommt die Super Ténéré unseres Begleiters Lukasz mit tatkräftiger Unterstützung der Einheimischen einen Service (v.l.n.r.). Bilder zum Vergrößern anklicken.
Jenseits von Tomtor holt sich die Natur die Road of Bones langsam zurück. Von den Russen wird sie nicht mehr genutzt, der Verkehr zwischen Yakutsk und Magadan läuft über den Kolyma Highway. Die Brücken verfallen langsam oder sind bereits zusammengebrochen.
Insgesamt gilt es, ein Dutzend Flüsse zu durchqueren. Die meisten sind unproblematisch, solange es nicht geregnet hat und die Wasserstände niedrig sind. Schwierigkeiten bereiten die Wasserlöcher, ungefähr 80 größere »Pfützen« müssen auf den 250 Kilometern zwischen Tomtor und dem Abzweig zum Kolyma Highway passiert werden – gefühlt waren es an die 1000. Viele dieser Potholes können nicht so einfach durchfahren werden, sie sind entweder zu tief oder zu schlammig.
Das Umfahren dieser Wasserlöcher war auf Grund des sumpfigen Untergrundes nicht immer unproblematisch. Am dritten Tag haben wir lediglich 70 Kilometer geschafft. Claudia und ich waren froh, dass wir Lukasz aus Polen mit seiner Ténéré sowie Anna und Richard aus Schweden, die in einem Landcruiser unterwegs waren, getroffen haben. Im Team ist es wesentlich leichter, die Motorräder
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»The pole of cold«. In Omyakon wurde die bisher tiefste Temperatur gemessen: minus 71,2 Grad Celsius. Die Stadt Kardykchan musste Anfang der 90er Jahre wegen gravierender Versorgungsengpässe aufgegeben werden. Deprimierende Kilometerangaben: Straßenschild an der Kreuzung M56 / M58 (v.l.n.r.). Bilder zum Vergrößern anklicken.
Am Ende des ersten Teil der Road of Bones liegt Kardykchan. Eine Stadt, in der einmal an die 20.000 Menschen wohnten. Anfang der 1990er Jahre flohen die meisten Einwohner vor der Kälte. Die Gas-Lieferungen für das zentrale Heizkraftwerk blieben aus und es herrschte einer der strengsten Winter der letzten Jahrzehnte. Wer konnte, verließ die Stadt. Von denen, die es nicht schafften, sind einige in ihren Wohnungen erfroren. Die Menschen kamen nie wieder an diesen Ort zurück. Kardykchan ist seitdem eine Geisterstadt und verfällt immer mehr.
Von dort sind es dann noch 600 Kilometer bis Magadan. Eine Strecke, auf der sich der Kolyma Highway von seiner besten Seite zeigt.
Mehr zum letzten Abschnitt im nächsten Eintrag. In Magadan wird es dann so richtig spannend: wie kommen wir eigentlich zurück?
Details zur Route könnt ihr im Satelliten-Tracking nachverfolgen.









Montag, 15. August 2011 19:34
Hammer Tour ihr Zwei! Nach den DVDs unseren beiden bekannten TV GS Riders (LWR) und euren Bildern bekomme ich so langsam auch Geschmack auf den Teil der Erde
Weiterhin gute Fahrt …