Beiträge vom März, 2011

Über den Berg

Donnerstag, 31. März 2011 14:31

18 Stunden Zugfahrt sind nun vorbei. Von der Wärme Südfrankreichs ging es schnell in Richtung Pyrenäen und damit in die Kälte. Das Thermometer schaffte es am 1809 Meter hohen Collada de Toses gerade mal über den Gefrierpunkt. Unser Versuch, uns von größeren Straßen fern zu halten, scheiterte kläglich, zunächst an der Kälte – wir wollten so schnell wie möglich wieder in tiefere Regionen, wo die Temperaturen angenehmer sind – und dann an der Orientierung. Spanien ist absolutes Neuland für uns. Die Namen der Städte waren uns unbekannt, und kleinere Orte auf den Hinweisschildern am Straßenrand sind schwierig auf der Karte zu finden. Das Resultat: in vier Stunden sind wir unserem Ziel nur 140 Kilometer näher gekommen. Zum Schluss ging es dann doch auf die Autobahn, sonst hätten wir wohl nicht unsere Verabredung einhalten können.

Tagesziel war der kleine Ort Aras de los Olmos ca. 100 Kilometer westlich von Valencia, wo Claudia und ich Joe Stather am BMW Enduropark Aras Rural treffen wollten. Mit ihm werden wir die kommenden Tage in der Region Aras unterwegs sein.

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Aufgebrochen

Mittwoch, 30. März 2011 10:10

Start Projekt Eurasien

Diesmal war es wirklich eng. Erst drei Stunden vor der Abfahrt, kam ich wirklich zum Packen. Das Zeug wurde im Laufschritt aus den Ecken gekramt und auf den Motorrädern verstaut. Und da ist immer das Unbehagen, irgendetwas zu vergessen. Die Uhr läuft und das Chaos diktiert das Geschehen. Eigentlich sollte das ganze trotz der zeitlichen Enge routiniert ablaufen. Würde es auch, wenn da nicht die kleinen Missgeschicke wären, die die Aktivität eindämmen. Entweder reißt eine Schlaufe, ein Reißverschluss klemmt oder ein Teil liegt nicht am üblichen Platz. Es sind die Kleinigkeiten, die die Routine zerstören.

So wurde es auch bei dieser Reise wieder hektisch, nur diesmal etwas heftiger. Aber warum ist das immer so? Alle Versuche daran etwas zu ändern sind bisher gescheitert, weil es vor einer mehrwöchigen Tour verstärkt etwas zu erledigen gibt. Solch eine Abwesenheit will vorbereitet werden und so ballt sich das Arbeitsvolumen vor der Abreise. Zum guten Schluss gab es noch eine Vollsperrung der Autobahn, über Umwege ging es nach Düsseldorf. Auch ein Faktor, der nicht zu einem entspannten Reisebeginn beiträgt.

Aber jetzt rollt der Zug. Die Motorräder sind auf dem Waggon verzurrt und wir sitzen bei Kaffee und Tee im Abteil und schwatzen mit den anderen Motorradfahrern, die mit uns Richtung Süden fahren. So langsam sinkt auch die Anspannung und Claudia und ich können uns nun auf die nächsten Wochen im Süden von Europa freuen. Die erste Etappe unserer Eurasien-Durchquerung hat begonnen, es ist ein schönes Gefühl, nun endlich unterwegs zu sein.

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Blick nach vorne

Freitag, 25. März 2011 18:57

Die BMW F 800 GS wird bei Touratech vorbereitet

Es ist soweit, die Zeit rennt dahin. Nur noch wenige Tage, und dann es geht los. Ein bisschen Vorfreude ist nach dem Schock über die Ereignisse in Japan und Nordafrika wieder zurückgekehrt. Claudia und ich sind nun gespannt auf Südfrankreich, Spanien und Portugal.
Mit Spanien und Portugal betreten wir zudem Neuland. Keiner von uns beiden hat diese Länder bisher mit Motorrädern bereist.
Bis vor wenigen Tagen war noch gar nicht richtig klar, mit welchen Motorrädern wir unterwegs sein werden. Da hat uns die Zusage von BMW Motorrad sozusagen in letzter Minute positiv überrascht: es hat mit der G 650 GS für Claudia geklappt! Claudia wird nun also das »Projekt Eurasien« mit dem neuen Einzylinder aus Bayern bestreiten.
Das heißt, die gute alte F 650 GS wird zu Hause bleiben, denn ich werde mich mit einer von Touratech ausgerüsteten F 800 GS auf den Weg machen.
Jetzt heißt es noch Schlafsäcke, Zelt und Kocher und den anderen Kram aus den Ecken holen und am Sonntag, den 27. März 2011, fahren wir ab.

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Andere Voraussetzungen

Montag, 21. März 2011 15:31

Die Japan-Katastrophe und die Vorgänge in Libyen werfen ihren Schatten auf die Vorbereitungen von »Projekt Eurasien«

Zurzeit fällt es nicht leicht, sich auf eine Reise zu freuen. Die Gedanken bleiben am Weltgeschehen hängen, die Vorbereitungen für die Tour sind im Moment nur Nebensache. Kampfhandlungen in Libyen und die Katastrophen in Japan, lassen nur wenig Platz für Vorfreude. Das Reaktorunglück von Fukushima könnte evtl. auch unsere Reise beeinflussen. Die Stadt Wladiwostok liegt keine 1000 Kilometer von dem Atomkraftwerk entfernt. Strahlungstechnisch keine allzu große Entfernung. Im Moment bleibt nur die Hoffnung, dass die Welt noch einmal mit einem blauen Auge davon kommt.

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Aufbruchstimmung

Sonntag, 13. März 2011 15:44

Abenteuer-Insel auf der »Motorräder 2011 Dortmund«
Die Motorräder 2011 in Dortmund ist nun auch Geschichte. Es war mal wieder nett, all die Leute zu treffen und zusammen mit Tina Meier, Uwe Krauss, Erik Peters, Bruno Pillitteri und Jürgen Grischat wieder ein wenig Fernweh durch die Halle 5 wehen zu lassen.
Und es ist erfreulich zu sehen, dass sich die Travel Media Show auf der Dortmunder Messe immer mehr zu einem Treffpunkt der Motorrad-Reiseszene entwickelt. Rund um die Sand-Insel wird geklönt, erzählt, Erfahrungen geteilt und es werden Pläne geschmiedet. Von unseren Reiseplänen begeistert war jedenfalls der Pressesprecher von BMW-Motorrad, Rudi Probst, und stellte für unsere Eurasien-Durchquerung zwei Motorräder in Aussicht. Es ist noch nicht sicher, ob sich das alles so kurzfristig noch arrangieren lässt – welche Modelle uns dann zur Verfügung stehen würden, ist auch noch offen.
Die Messe in Dortmund war für uns nun der Startschuss für die erste Etappe. Es wird langsam Zeit, Zelt, Schlafsäcke und Isomatten aus der Ecke zu kramen und Kocher sowie die Fotoausrüstung reisefertig zu machen.

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Profilneurose

Dienstag, 1. März 2011 10:57

Motorradreifen für Fernreise

Welches Profil soll es sein, welcher Reifen geht mit auf die Tour? Die Entscheidung für den optimalen Gummimix zu treffen, ist nicht so leicht. Und so habe ich drei verschiedene Reifen in die engere Wahl gezogen. Da gibt es den Vertrauten, den Conti TKC 80 – ein Allrounder, keine Frage. Mehr als 150.000 Kilometer habe ich mit dieser Stollenbereifung runtergeritten. Die Standfestigkeit von 8.000 bis 10.000 Kilometer »on Tour« ist durchaus akzeptabel. Und solange die Konsistenz des Untergrundes nicht aus Schlamm oder Sand besteht, hat der TKC 80 eine sehr solide Bodenhaftung. Der große Nachteil des TKC: Die Frontpartie neigt sehr schnell zur „Sägezahn-Bildung“ und dadurch hält sie nicht viel länger, als das Gummi am Hinterrad.

TKC 80, K 60, MT 21, T 63

Eine Alternative ist der Heidenau K 60. Ich selber habe keine Erfahrung mit diesem Reifen, aber einige Freunde neigen schon fast zur Euphorie, wenn sie über den K 60 sprechen. Langlebigkeit, gute Traktion auf fast jedem Parkett, aber mit den gleichen Schwächen im Schlamm und auf Sand wie der TKC 80. Vielleicht ist die erste Etappe von Gibraltar zurück nach Deutschland eine gute Gelegenheit, den K 60 oder die neue Variante des Reifens den K 60 Scout einmal auszuprobieren.

Für die Baikal-Amur-Magistrale und die Road of Bones ist die Entscheidung in punkto  Bereifung gefallen. Auf diesen Offroad-Passagen setze ich auf die gleiche Paarung wie schon 2004 auf der Canning Stock Route in Australien: Pirelli MT 21 vorne und Michelin T 63 hinten. Diese Kombination hat sich auf der Wüstentour damals sehr gut bewährt.

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TOURENFAHRER